Die Zugspitze

Die Zugspitze

Deutschlands Gipfel: Die Zugspitze

Die Zugspitze ist der höchste Berg Deutschlands und ein beliebtes Ausflugsziel. Allerdings erklimmen die wenigsten Menschen den Berg selbst. Eine Seilbahn sorgt dafür, dass auch Nicht-Athleten den atemberaubenden Blick vom Dach der Republik genießen können.

Wandern in den Hochalpen

In den Alpen kann man die Natur noch genießen: Große Teile der Hochalpen stehen unter Naturschutz, was von zumindest einem großen Teil der Touristen auch eingehalten wird. Leere Dosen und achtlos weggeworfene Zigarettenkippen zeigen leider, dass nicht alle Besucher eines Naturschutzgebietes wissen, was sich gehört und was nicht.
Die Alpen sind indes nicht ganz ungefährlich. Rasche Wetterumschwünge teilweise dramatischen Ausmaßes und steile Steigungen bei häufig nicht besonders stabilen Wegen überfordern viele Menschen, die es nicht gewohnt sind, sich in einem solchen Gelände zu bewegen.

Keinesfalls sollte man vollkommen untrainiert in höhere Lagen vorstoßen wollen. Schöne Aussichten gibt es auch in den niedrigeren Lagen.

Bergsteigen als Massensport

Der Zeitgeist verlangt es, dass das eigene Leben als eine nicht endende Aneinanderreihung spektakulärer Ereignisse wahrgenommen wird. Dieses Leben muss natürlich mit dem Rest der Welt geteilt werden: Das Selfie ist längst zum Personalausweis des modernen Individuums geworden. Entsprechend tauchen immer mehr Menschen in den Bergen auf, denen man kaum abnehmen möchte, dass sie während einer Bergwanderung etwas wie Genuss empfinden.
Wichtig ist es, dort zu sein, um dem Rest der Welt mitteilen zu können, dass man dort war. Für die Natur sind das keine guten Nachrichten: Je mehr Vergnügungstouristen die Alpen heimsuchen, desto schlechter ist dies für Fauna und Flora. Es sei jedem Menschen angeraten, sich zu informieren, wie man sich in der zerbrechlichen Welt der Berge zu verhalten hat.

Bergsteigen an der Zugspitze

Wandern an oder gar auf der Zugspitze ist nicht ganz einfach: Ab einer gewissen Höhe herrscht im Grunde genommen ewiger Frost. Dies sorgt natürlich für einen Wanderer für eingeschränkten Genuss: Sich in einem T-Shirt auf den Weg zu machen und unterwegs gemütlich auf einer Terrasse einzukehren ist hier nicht möglich.

Der Berg ist selbstverständlich hervorragend auf Besucher vorbereitet. Allerdings erklimmen die meisten dieser Besucher den Gipfel mit der Seilbahn, was auch besser ist: Die Zugspitze ist ein Gebiet, dass man keinesfalls unterschätzen sollte und eine gründliche Planung, sowie die richtige Ausrüstung sind Grundvoraussetzung, um nicht am Berg in Schwierigkeiten zu geraten. Bergsteigen ist ein Leistungssport, der nicht über Nacht erlernt werden kann.

Mit etwas Übung kann der höchste Berg unseres Landes indes durchaus in Angriff genommen werden.

Hier die wichtigsten Routen zum Gipfel, die ich zum Teil mehrere Male erwandert habe.

Reintal

Der einfachste, aber auch längste Weg zur Zugspitze ist durch das Reintal. Bis zum Gipfel gibt es kaum technische Schwierigkeiten. Allerdings sollte die Route nicht unterschätzt werden, da die Entfernungen zu den Rastpunkten sehr lang sind und man zum Teil in großer Abgeschiedenheit unterwegs ist.

Wichtige Rastpunkte: Reintalangerhütte 1370m, Knorrhütte 2057m

Über Wiener-Neustädter-Hütte

Die kürzeste Route zum Gipfel fürhrt vom Eibsee 950m oder Ehrwald zum Gipfel. Die beiden Wege führen steil zur Wiener-Neustädter-Hütte 2209m. Nach der Hütte durchquert man zunächst das Österreichische Schneekar an dessen Ende ein einfacher Klettersteig der sogenannte Stopselzieher beginnt. Danach über den Südwestgrat zum Gipfel.

Wichtige Rastpunkte: Wiener-Neustädter-Hütte 2209m

Höllental

Nicht nur für mich der Königsweg zur Zugspitze!

Von Hammersbach 758m für der Weg durch die Höllentalklamm, (sehr spektakulär) zur Höllentalangerhütte 1381m. Danach geht es über den Höllentalanger zur „Leiter“. Oberhalb durchquert man das „Brett“. Über den grünen Buckel erreicht man den Höllentalferner, den man nicht ohne Steigeisen begehen sollte. Anschließend führt ein mittelschwerer Klettersteig zum Gipfel.

Wichtiger Rastpunkt: Höllentalangerhütte 1381m

Für gut trainierte Bergsteiger ergibt sich hier die Möglichkeit über 2000 Höhenmeter ohne Pause mit sehr abwechslungsreichen Gelände zu machen! Meine Bestzeit liegt bei 6 Stunden.

Der Ausblick vom Gipfel, am Besten aus der bewirtschafteten Panoramahütte, sollte für alle Eventualitäten entschädigen.

Eins sein mit der Natur

Wer an der Zugspitze wandern möchte, kann auf einsamen Pfaden am Fuß des gewaltigen Berges, oder für den geübten Bergwanderer bis zum Gipfel die unberührte Welt der Alpen für sich entdecken. Es ist ein einmaliger Genuss, aus einem Gebirgsbach zu trinken oder eine Gämse zu beobachten. All dies ist an der Zugspitze möglich, wenn man sich im Einklang mit der Bergwelt bewegt und einen gewissen Respekt vor der Schöpfung bewahrt.

Ihr, Euer

HansK

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