Midlifecrisis…einfach geil!

Midlifecrisis…einfach geil!

Mit dem Begriff Midlifecrisis,(engl. für „Lebensmittekrise“), meint man einen psychischen Zustand der Unsicherheit im Lebensabschnitt von etwa 40, 45 bis Anfang 50 Jahren.(Quelle Wikipedia).

2009 wurde ich geschieden, da war ich gerade mal 45. Begann damals meine Midlifecrisis? Meine Scheidung war nicht einfach, aber welche Scheidung ist das schon? Meine Tochter, damals 11, wollte zu mir und nach langem Kampf hatte ich auch das alleinige Sorgerecht bekommen.

Alles war gut…oder doch nicht?

Während meiner Trennungszeit kamen mir immer mehr Zweifel über meiner Tätigkeit und meines Berufes, den ich immer mehr hasste. Ich hatte mal Maschinenschlosser gelernt und später per Abendschule erfolgreich einen Abschluss als Industriemeister/Metall absolviert. So kamen ganz entscheidende Dinge wie eine Lawine auf mich zu, und ich wusste damals nicht, wie ich damit umgehen sollte. Auf meiner Arbeitsstelle wurde es so schlimm, dass ich gar nicht mehr hingehen wollte. Der Sonntag wurde bereits zu einem schrecklichen Tag, weil ich ständig an den Montag dachte, an dem ich wieder zu meiner gehassten Arbeitsstelle musste. Hilfe holte ich mir damals bei einem Psychiater, der mich ab 2009 dauerhaft krank schrieb.

Diagnose: Depression und Burnout.

Im Herbst 2009 trat ich im europäischen Zentrum für Psychosomatik und Verhaltensmedizin eine Therapie an. Während dieser Therapie hatte ich viel Zeit zum Nachdenken und damals entschied ich mich meine alte Arbeitsstelle zu kündigen. Mir wurde bewusst, dass meine Gesundheit weit wichtiger ist, als ein fester Arbeitsplatz, bei dem ich mich nicht nur nicht wohlfühlte, er machte mich auch krank.

Nachdem ich nun 2010 zwei große Lebensabschnitte abgehackt hatte, (Scheidung und Kündigung meines Arbeitsplatzes), blickte ich voller Zuversicht in eine neue Zukunft. Mein neuer großer Traum war die Selbstständigkeit und mein Hobby zum Beruf zu machen. Nachdem ich schon mehrere Survival- und Kletter-Kurse absolviert hatte, 2010 den Jagdschein und 2011 ein Wildnis Führer-Zertifikat erworben hatte, machte ich mich 2012 selbstständig als Wildnis -Führer und Erlebnispädagoge. Leider hatte ich zu dieser Zeit absolut keine Ahnung von Marketing und Betriebswirtschaft und so musste ich 2013 bereits wieder meine Selbstständigkeit aufgeben.

Anfang 2014 musste ich dann wieder eine Arbeit annehmen, diesmal über eine Zeitarbeitsfirma, und ich war zurück im Hamsterrad, aus dem ich eigentlich für immer entkommen wollte. Für kurze Zeit dachte ich sogar, dieser neue Job wäre eine Chance für den Rest meines Arbeiterlebens, doch es wiederholte sich alles wieder, was ich ich zuvor schon erleben musste. Mobbing am Arbeitsplatz und das Gefühl vollkommen Fehl am Platze zu sein. Eine erneute Veränderung muss her, aber diesmal eine Veränderung, die mein Leben komplett auf den Kopf stellen wird. Ich muss raus aus der Komfortzone und rein in die große weite Welt mit allen Konsequenzen, die auf mich warten werden.

Zur gleichen Zeit in der ich komplett meine berufliche Situation änderte, fühlte ich mich auch wieder verstärkt dem weiblichen Geschlecht hingezogen. Da ich noch nie in Ost-Europa war, und die Frauen dort ausgesprochen attraktiv finde, nahm ich 2011 über eine Partneragentur spontan Kontakt zu einer Ukrainerin auf. Das war der Beginn eines wunderbaren Zeitabschnittes in meinem Leben. Denn in der Zeit zwischen 2012 bis 2016 hatte ich mehrere, meist sehr viel jüngere Freundinnen, der größte Altersunterschied betrug 26 Jahre. In diesem Zeitraum war ich über 10 Mal in der Ukraine u.a. in Kiev, Zaporozhye und Odessa, 3 Mal in Russland, u. a. In den Städten Novokuznetsk, Novosibirsk und Moskau.

Ich habe mit diesen Freundinnen wunderschöne Reisen in Ost-und Westeuropa unternommen, hatte eine Super Zeit, die ich ohne Midlifecrisis nie erlebt hätte. Leider ist aus all meinen Beziehungen nichts Festes für eine gemeinsame Zukunft geworden, aus dem einfachen Grund, alle meine Freundinnen wollten eine Familie mit Kindern gründen. (Osteuropäische Frauen sind sehr Familienorientiert).

Doch ich will und werde meine Zukunft ganz anders gestalten. Ich werde reisen, neue Abenteuer erleben, und sportliche Herausforderungen meistern. So wird meine Zukunft aussehen.

Auch das verdanke ich der, meiner Midlifecrisis, dass ich endlich weiß, was ich nicht will!

Das Fazit: Meine Midlifecrisis hat mir in den Arsch getreten, sie hat mir die Augen geöffnet, dass ich endlich von meinem bequemen Sessel aufstehe, meine Komfortzone verlasse um alles Notwendige zu tun, um so zu leben wie ich immer wollte.

Mach mal dauert es eben länger, bis man weiß was man will!

Ihr, Euer

Hans

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